Das feline AB-Blutgruppensystem, das einzig bekannte System bei der Katze, besteht aus drei Blutgruppen: Typ A, Typ B und Typ AB.

Katzen haben in der Regel seit ihrer Geburt vorliegende Antikörper gegen jeweils die Blutgruppe, die sie selbst nicht tragen.

Katzen mit Bluttyp B haben in hohem Maße Antikörper gegen Bluttyp A, Katzen mit Bluttyp A haben (wenn auch in geringerem Maße) Antikörper gegen Bluttyp B und Katzen mit beiden Merkmalen, A und B, haben gegen keines der Merkmale Antikörper.

Das hat Konsequenzen für die Zucht. Nehmen Katzenwelpen mit Bluttyp A Milch einer Mutterkatze mit Bluttyp B auf, dann finden sich die im Blut der Mutter vorliegenden Antikörper gegen Bluttyp A in der Milch wieder, werden auf die Welpen übertragen und verursachen eine Hämolyse, die als neonatale Erythrolyse bekannt ist.
Betrachtet man die gesamte Katzenpopulation unabhängig von der Rasse, überwiegt Bluttyp A stark. In Deutschland gehören gemäß einer
Untersuchung 94% aller Katzen Bluttyp A und nur 6 % der Katzen Bluttyp B an. Das Problem einer Blutgruppenunverträglichkeit scheint daher zunächst sehr gering zu sein. Bei einzelnen Rassen hingegen sieht die Verteilung der einzelnen Blutgruppen anders aus. Je häufiger neben Bluttyp A auch andere Blutgruppen vorkommen, desto wichtiger ist eine Blutgruppenbestimmung beider Elterntiere im Vorfeld der Zucht.

Schon 1915 wurden erstmals verschiedene Blutgruppen bei der Katze erwähnt, aber erst 1981 wurde das heute gebräuchliche AB
Blutgruppensystem charakterisiert.
Dabei existieren bei der Katze drei Blutgruppen: A, B und AB.

Vererbung
Diese werden in einem einfachen autosomal dominanten Erbgang mit zwei Allelen auf demselben Genort vererbt. Dabei ist A dominant gegenüber B. Katzen mit der Bluttyp A können daher entweder homozygot (A/A) oder heterozygot (A/B) sein.
Tiere mit Bluttyp B sind immer homozygot für die Allele B (B/B).

 

Möglichkeiten der Vererbung

 

Ein kleiner Prozentsatz der Katzen exprimiert beide Allele auf der Erythrozyten-membran.
Man nimmt an, dass hier ebenfalls ein A/B-Genotyp vorliegt, aber ein weiteres Allel vorhanden ist, welches die Dominanz von A unterdrückt. Diese Katzen haben den Bluttyp AB.
Die Blutgruppenmerkmale werden durch verschiedene Neuraminsäuren in den Glycolipiden auf der Erythrozytenmembran bestimmt. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass man anhand dieser Bestandteile auch einen Hinweis auf den Genotyp von Katzen mit der Blutgruppe A schließen kann.

Blutgruppenunverträglichkeit
Alle Katzen besitzen Alloantikörper gegen die heterologe Blutgruppe. So haben Katzen mit Bluttyp A Alloantikörper gegen B, und Katzen mit Bluttyp B Alloantikörper gegen A. Dabei sind die immunologischen Reaktionen von Katzen mit Bluttyp B stärker ausgeprägt als bei Katzen mit Bluttyp A, weshalb es bei nicht kompatiblen Bluttransfusionen bei Bluttyp B-Katzen zu stärkeren anaphylaktischen Reaktionen kommt als umgekehrt. Katzen mit Bluttyp AB besitzen keine Alloantikörper.

Eine weitere, gerade für Züchter wichtige, Unverträglichkeitsreaktion ist auch bei der FNI (Feline Neonatalen Isoerythrolysis) festzustellen. Hierbei kommt es bei einer Anpaarung von einer Bluttyp-B-Mutterkatze mit einem Bluttyp-A-Kater in 75% zu A- bzw. AB-Welpen. Die Welpen werden gesund geboren und erkranken erst nach der Kolostrumaufnahme in den ersten Lebensstunden bis Tagen. Je früher die Symptome auftreten, desto schwerwiegender ist der Verlauf der FNI.

Bei perakuten Verlauf sterben die Welpen während der ersten zwei Lebenstage kurz nach der Kolostrumaufnahme, ohne irgendwelche Symptome zu zeigen.
Beim akuten Verlauf verweigern die Welpen während der ersten Lebenstage zunehmend die Milchaufnahme. Erkrankte Welpen werden sehr schwach, zeigen Gewichtsverlust und sterben oft während der ersten Lebenswoche.
Einzelne Welpen, die überleben oder nur einen subklinischen Verlauf (leichte Anämie) zeigen, entwickeln in der zweiten Lebenswoche eine Schwanzspitzennekrose.

Beim Auftreten der ersten Symptome (braunroter Harn) sollten die erkrankten Bluttyp A Welpen sofort für die ersten zwei Lebenstage von der Mutter entfernt werden. Sie sollten entweder Ersatzmilch erhalten oder zu einer Ersatzmutter mit Bluttyp A und symptomatisch behandelt werden.
(Urs Giger, J.Bücheler, M.B.CALLAN, Margret CASAL, M.Griot-Wenk)

Erst nachdem der Darm des Welpen die Passage von intakten Antikörpern nicht mehr erlaubt (nach etwa 2 Tagen), können die Typ A Welpen der Typ B Mutter zurückgegeben werden.

Anmerkung
Trotz Behandlung sterben viele der erkrankten Welpen in der ersten Lebenswoche.

Testmethode
Ein Test zur Ermittlung der Blutgruppe ist schnell, einfach und sicher mit
Blutgruppen-Testkarten zu vollziehen. Sie basieren auf einer Agglutinationsreaktion.
Dabei sind Testfelder mit Antiseren gegen die Blutgruppenmerkmale beschichtet.
Kommt es zur Agglutination, kennzeichnet dies die entsprechende Blutgruppe.

Untersuchungsmaterial: Zwingend notwendig ist EDTA-Blut (1 ml).

Dies ist ein Auszug, den wir mit freundlicher Erlaubnis der Fa. Laboklin - Labor für Klinische Diagnostik GmbH & Co. KG. - auf diese Seite setzen durften. Ausführliche Beschreibungen bzgl. der Blutgruppen bei Katzen finden Sie u.a. auf der Website von Fa. Laboklin - www.laboklin.de.

Weitere Quelle: Kleintierpraxis 38/